Immer beliebter: Ein Schulaufenthalt im Ausland

23. Juli 2013

Immer mehr Eltern investieren mit einer Schulzeit im Ausland in die Bildung ihrer Kinder. Die Deutsche Vermögensberatung gibt Tipps von der Wahl des Veranstalters über die frühe Finanzierung bis hin zur sinnvollen Versicherung.

Mit einer Schulzeit im Ausland erweitern Jugendliche ihren Erfahrungshorizont enorm: Sie entdecken ein anderes Land mit all seinen Bräuchen, lernen eine fremde Sprache und knüpfen weltweit soziale Kontakte. In Deutschland entscheiden sich immer mehr Jugendliche dafür: Im Schuljahr 2012/13 haben laut dem unabhängigen Bildungsberatungsdienst „weltweiser“ knapp 19.000 Schüler an einem Austausch teilgenommen – das ist ein Zuwachs von rund 50 Prozent innerhalb der letzten zehn Jahre. „Die Basis für einen gelungenen Schulaufenthalt in einem Gastland ist die frühzeitige Planung gemeinsam mit den Eltern“, sagen die Experten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). „Denn es gibt viele organisatorische Abläufe zu beachten – etwa den passenden Veranstalter auszuwählen, die Frage nach den Finanzierungsmöglichkeiten zu klären und einen umfassenden Versicherungsschutz abzuschließen.“

Passenden Veranstalter finden

Wer nicht über die eigene Schule an einem Austauschprogramm teilnimmt, kann selbst einen Veranstalter wählen. Eine gute, seriöse Organisation unterstützt die Austauschschüler mit Vor- und Nachbereitungskursen sowie einer Betreuung vor Ort. Dazu gehört, auch eine geeignete Schule und Gastfamilie in dem jeweiligen Zielland zu finden. Bei der Vorbereitung hilft der Veranstalter auch bei wichtigen bürokratischen Vorgängen wie zum Beispiel rechtzeitig ein Visum zu beantragen. Wichtig bei der Auswahl ist: Preis-Leistungs-Verhältnisse zu vergleichen und Angebote nach Stipendien zu erfragen. Ein Verzeichnis sämtlicher Austauschorganisationen gibt es beispielsweise auf www.auslandsschuljahr.com.

Auslandsschuljahr: Bei der frühzeitigen Planung auch an die wichtigsten Absicherungen denken

Auslandsschuljahr: Bei der frühzeitigen Planung auch an die wichtigsten Absicherungen denken

Gesamtkosten kalkulieren

Ein Schulaufenthalt im Ausland ist kostspielig: Es fallen organisatorische Ausgaben wie Flug-, Betreuungs- oder Versicherungskosten an. Laut Angaben verschiedener Veranstalter kosten drei Monate in England beispielsweise ungefähr 6.500 Euro, ein halbes Schuljahr in Australien summiert sich auf rund 15.000 Euro und ein Jahr in den USA kostet mindestens 11.000 Euro – die Preise variieren enorm je nach Dauer, Zielland und Schulwahl im Ausland. Außerdem braucht der Gastschüler Taschengeld, zum Beispiel für Schulbücher, Unterrichtsmaterialien, Essen oder die Freizeitgestaltung. Für das monatliche Taschengeld sollten Eltern je nach Gastland zirka 150 bis 250 Euro einkalkulieren und auch an zusätzliche Sonderausgaben wie Kleidung für spezielle Anlässe denken.

Finanzierungsquellen klären

Generell gilt: Wer schon frühzeitig anfängt, in die Bildung der eigenen Kinder zu investieren, kann langfristig Geld ansparen: „Anlageformen wie zum Beispiel ein Investmentfonds-Sparplan ermöglichen, auch mit kleinen Beiträgen – wie etwa einem Teil des Kindergeldes – von den Marktchancen zu profitieren und über einen längeren Zeitraum ein ansehnliches Vermögen aufzubauen, ohne zu große Risiken einzugehen“, so die DVAG-Experten. Zudem können Austauschschüler auch eine staatliche Förderung – das so genannte Auslands-BAföG – erhalten, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Möglich ist auch, sich für ein Teil- bzw. Vollstipendium zu bewerben. Nähere Informationen hierüber gibt es beispielsweise auf www.das-neue-bafoeg.de

Versicherungsschutz überprüfen

An alle Eventualitäten sollte auch beim Thema Absicherung gedacht werden. „Für einen umfassenden Versicherungsschutz während eines Schüleraustauschs sind eine Unfall-, Auslandskranken-, Haftpflicht- und Reisegepäckversicherung sinnvoll“, so die Experten der DVAG. Empfehlenswert ist, zusätzlich eine Reiserücktrittsversicherung abzuschließen. „Kann der Austauschschüler aus bestimmten Gründen den Gastschulaufenthalt spontan nicht antreten, schützt die Reiserücktrittsversicherung vor den finanziellen Folgen.“ Aufgepasst: Viele Veranstalter schließen ein Versicherungspaket – speziell auf die Bedürfnisse von Austauschschülern zugeschnitten – bereits mit in ihrem Programm ein. Das sollte vor Vertragsabschluss überprüft werden. Die Vermögensberater der DVAG empfehlen deshalb, sich in einem persönlichen Gespräch – abgestimmt auf die individuelle Situation – professionell beraten zu lassen. Eine gute Vorbereitung nimmt Eltern die Sorgen und bereitet Kindern einen guten Start ins Auslandsschuljahr.