Fahrraddiebstahl: Die DVAG erklärt, welche Versicherung wann greift und gibt Tipps, wie Räder am sichersten abgestellt sind

26. Juni 2012

Das Fahrrad zählt bei den Deutschen zu einem der beliebtesten Verkehrsmittel, so die Studie Fahrrad-Monitor Deutschland 2011. Dabei nutzen sie es nicht nur als Freizeitradler: Bereits 38 Prozent der Befragten fahren regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit, Schule oder Ausbildung. Doch auch Fahrraddiebe legen großes Engagement an den Tag: Laut Polizeilicher Kriminalstatistik PKS wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 328.748 Fahrräder gestohlen. „Aber das Gute ist: Je nach gewählter Versicherungsvariante ersetzen Hausratpolicen und reine Fahrradversicherungen in der Regel den Schaden“, sagen die Experten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Die DVAG erklärt, wann welche Versicherung greift und wie sich Fahrradbesitzer vor Diebstahl schützen können.

Fahrrad über Hausratpolice mitversichern

Fahrräder sind häufig über die Hausratversicherung mitversichert. In diesem Fall zahlt der Versicherungsnehmer meistens ein bis zwei Prozent der Versicherungssumme mehr im Jahr. In der Regel müssen dabei jedoch gesonderte Konditionen vereinbart werden. „Bevor Fahrradbesitzer eine Hausratpolice abschließen, sollten sie sich genau informieren, welche Kosten diese bei Diebstahl übernimmt“, empfiehlt die DVAG. „In manchen Fällen kann es sich auch lohnen, die alte Hausratversicherung zu kündigen und eine neue abzuschließen.“ Denn es gibt mittlerweile Versicherungen – wie beispielsweise die OPTIMAL-Variante der AachenMünchener-Hausratpolice – darin sind Fahrräder unbegrenzt versichert. Der Vorteil dabei ist: Wer ein wertvolleres Rad besitzt, ist damit auch bestens abgesichert bei Diebstahl.

Fahrrad: Beliebtes Verkehrsmittel – aber vor Langfingern ausreichend schützen

Nachtklausel in Hausratpolicen beachten

Auch in anderen Punkten ist der genaue Vergleich der Versicherungskonditionen sinnvoll. Generell gilt zwar: Versicherer zahlen nur, wenn das gestohlene Rad – auch drinnen – angeschlossen war. Aber viele Hausratpolicen beinhalten noch die sogenannte „Nachtklausel“. In diesem Fall ist das Rad zwischen 22 und 6 Uhr nur versichert, wenn es „in Gebrauch“ ist – etwa wenn jemand ins Kino geht, sein Rad dort anschließt und nach der Vorstellung damit wieder nach Hause fahren will. Ist das Fahrrad nachts nicht „in Gebrauch“ und es ist vor der eigenen Haustür geparkt, muss die Versicherung bei einem Diebstahl nicht zahlen. Die Variante der AachenMünchener bietet da einen „Rund-um-die-Uhr-Schutz“. „Steht das angeschlossene Rad vor dem Haus und wird zwischen 22 und 6 Uhr gestohlen, ist es versichert und die Versicherung ersetzt den Schaden”, so die DVAG.

Reine Fahrradversicherung abschließen

Sollte der Fahrraddiebstahl nicht über die Hausratversicherung abgedeckt sein, gibt es spezielle Fahrradversicherungen (reine Diebstahl- oder Kaskoversicherungen). Voll- und Teilkaskoversicherungen schützen gleichzeitig auch gegen Vandalismus oder bei einem Unfall. Der Fahrradbesitzer sollte jedoch genau überlegen, ob eine spezielle Fahrrad-versicherung tatsächlich sinnvoll ist: Denn anders als bei einer Hausratpolice können die jährlichen Prämien mitunter sehr kostspielig sein. „Eine spezielle Fahrradversicherung lohnt sich nur, wenn das Rad besonders wertvoll ist – also rund 1.500 Euro und mehr gekostet hat“, sagt Roland Huhn, Rechtsreferent des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC e.V.).

Damit das Rad sicher an jedem Ort steht, sollten Radbesitzer folgendes beachten:

  • Rad bei jedem kurzen Stopp anschließen
  • Radzubehör wie Tacho, Radcomputer oder Licht immer mitnehmen – Zusatzteile sind nur dann versichert, wenn sie zusammen mit dem Rad gestohlen wurden
  • Rad nur an festen, unbeweglichen und massiven Gegenständen anketten
  • Verschiedenartige Schlösser gleichzeitig nutzen
  • Auf die Qualität der Schlösser achten (am besten sind Bügel- und Kettenschloss, denn sie bestehen aus massiven Stahlrohren; Spiralschloss ist sehr unsicher)
  • Rad an hellen und belebten Plätzen parken
  • Rad mit dem Rahmen, Vorder- und Hinterrad anschließen
  • Rad auch in Räumen und Unterstellplätzen anschließen
  • Rad in Räumen mit gut gesicherten Fenstern und Türen abstellen
  • Persönlichen Code vom Händler oder der Polizei in Rahmen gravieren lassen (Eigentumsnachweis); der Code verhindert, dass der Dieb das gestohlene Rad weiterverkaufen kann
  • Fahrradpass anlegen, denn der hilft im Schadensfall bei Polizei und Versicherung (Rahmennummer, ggf. personenbezogenen Code, Farbe und Ausstattung angeben; zusätzlich Foto, detaillierte Radbeschreibung und Kaufbeleg beilegen)