Tierhalterhaftpflicht – unverzichbarer Schutz / DVAG sagt, wer eine spezielle Versicherung benötigt

28. Juni 2011

Viele Deutsche erfüllen sich ihren Traum und schaffen sich ein Haustier an. Laut der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) leben 15 Millionen Deutsche mit einem Haustier unter einem Dach. Doch was viele vergessen: Die Verantwortung für die Vierbeiner reicht oft weiter, als sie sich zunächst vorstellen. Viele Unfälle, die durch größere Tiere wie Hund oder Pferd verursacht werden, sind nicht vorhersehbar. „Die private Haftpflicht gilt nur für Schäden, die Kleintiere wie Maus, Meerschweinchen oder Katze anrichten“, sagen die Vermögensberater der DVAG. Für Hunde, Pferde und exotische Tiere gibt es jedoch einen separaten Versicherungsschutz: „Ohne eine Tierhalterhaftpflichtversicherung sind Haustierbesitzer dazu verpflichtet, die gesamten Kosten für den Schaden zu tragen“, erklären die Versicherungsexperten.

Wo ist eine Haftpflichtversicherung Vorschrift?

In den meisten Bundesländern schreibt die Hundeverordnung eine Hundehaftpflicht für Kampfhunde vor. In Hamburg, Berlin und Sachsen-Anhalt besteht die Versicherungspflicht sogar für alle Hundehalter. Diese Regelung gilt ab dem 1. Juli 2011 auch in Niedersachsen. In Thüringen stehen hierfür ebenfalls gesetzliche Änderungen an. Dort planen die Regierungsparteien derzeit die Einführung einer obligatorischen Haftpflichtversicherung. Empfehlenswert ist die Police jedoch überall. Denn wer einen Hund hält, trägt stets die sogenannte Gefährdungshaftung. „Selbst wenn der Vierbeiner niemanden angesprungen oder gebissen hat, kann er für einen Unfall verantwortlich sein“, so die Experten der DVAG. Erschreckt sich ein Fahrradfaher vor einem bellenden Hund und stürzt, ohne dass der Hund ihn berührt hat, haftet dennoch das Herrchen.

Copyright DVAG/iStock

Radfahrer und Hund: Auch gutmütige Haustiere können Unfälle verursachen

Bei welchen Tieren ist eine Tierhaftpflicht unverzichtbar?

  • Hunde: Auch wenn Hunde als treue Gefährten der Menschen gelten und zahm sind, können sie manchmal unberechenbar sein und Unfälle verursachen: Wird jemand dabei schwer verletzt, können schnell mehrere Tausend Euro für Behandlung und Schmerzensgeld zusammenkommen. Die DVAG rät deshalb: „Die entsprechende Police sollte hier für Sach- und Personenschäden bis zu drei Millionen Euro aufkommen.“
  • Pferde: Um finanziellen Schäden vorzubeugen, sollten auch Pferdehalter unbedingt eine spezielle Pferdehalterhaftpflicht abschließen. Bricht das Pferd aus und verursacht einen Schaden, kommt nur diese Versicherung dafür auf. „Hier empfiehlt sich eine Deckungssumme von mindestens zehn Millionen Euro“, sagen die DVAG-Fachleute.
  • Exotische Tiere: Auch Besitzer exotischer Tiere wie Python und Vogelspinne haften für Schäden. Nur eine entsprechende Tierhalterhaftpflichtversicherung tritt für die finanziellen Folgen der Schäden ein.

Wer sich ein Haustier anschaffen möchte, sollte laut Deutschem Tierschutzbund e.V. zusätzlich folgende Punkte vorher beachten:

  • Habe ich ausreichend Zeit, um mich mit dem Tier regelmäßig zu beschäftigen?
  • Wo bringe ich das Tier unter, wenn ich verreise?
  • Sind alle Familienmitglieder mit dem Haustierkauf einverstanden?
  • Hat eines der Familienmitglieder eine Allergie gegen Tierhaare?
  • Erlaubt mein Mietvertrag die Haltung von Haustieren?
  • Ist das Grundstück ausbruchssicher eingezäunt?