Vorsicht Finanzirrtümer! Falsche Sparziele kosten Geld

4. November 2009

Im ersten Halbjahr 2009 legten die Deutschen 11,2 Prozent ihres verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante, ermittelte das Statistische Bundesamt. Doch nicht immer ist dieses Geld gut angelegt. Als einer der größten eigenständigen Allfinanz-Dienstleister weiß auch die Deutsche Vermögensberatung (DVAG): „Oft schätzen Sparer ihre finanziellen Möglichkeiten falsch ein, handeln zu spät beziehungsweise gar nicht oder kennen schlicht wichtige Fakten nicht“, und warnt vor den fünf besonders häufig vorkommenden Finanzirrtümern:

 

1. Fehler: Die Altersvorsorge auf später verschieben

Je eher Sparer mit der Altersvorsorge beginnen, desto stärker profitieren sie von Zins und Zinseszins. Deshalb gilt: „Früher an Später denken!“ Ein Beispiel: Ein 32-Jähriger, der bis zu seinem 65. Lebensjahr monatlich 100 Euro zurücklegen möchte, verschenkt bei einer Verzinsung von vier Prozent insgesamt rund 4.300 Euro, wenn er statt heute erst in einem Jahr mit dem Sparen anfängt. Geht man von einer Rendite von sechs Prozent aus, verzichtet der Sparer durch sein Abwarten sogar auf fast 8.000 Euro.

 

2. Fehler: Für den Fall der Berufsunfähigkeit auf den Staat setzen

Jeder vierte Arbeitnehmer muss aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden. Alle ab 1961 Geborenen bekommen dann keine staatliche Berufsunfähigkeitsrente, sondern lediglich eine Erwerbsminderungsrente. Bei voller Bewilligung liegt diese im Schnitt bei unter 810 Euro. Wer nicht zusätzlich privat abgesichert ist, wird da schnell zum Sozialfall. Wie hoch eine private Absicherung sein sollte, ermittelt etwa ein Vermögensberater für jeden Einzelfall nach umfassender Analyse der individuellen Kundensituation.

 

3. Fehler: Glauben, die Riester-Zulagen flössen automatisch

Die staatlichen Riester-Förderungen müssen beantragt werden, sonst verschenken Sparer jede Menge Geld. Nach Angaben des Bundes der Versicherten ließen sich die Deutschen im Jahr 2005 über 200 Millionen Euro entgehen, weil 1,5 Millionen Sparer ihre Riester-Zulagen nicht beantragten. Die Lösung: ein Dauerzulagenantrag, bei dem ein Vermögensberater behilflich sein kann – so geht kein Geld mehr verloren.


 4. Fehler: Für kurzfristigen Geldbedarf die Lebensversicherung kündigen

Bei einer vorzeitigen Kündigung der Lebensversicherung werden die Überschussbeteiligungen nicht in voller Höhe gutgeschrieben. So verlieren Sparer viel Kapital und – falls der Vertrag vor 2005 abgeschlossen wurde – erhebliche Steuervorteile. Besser: Für kurzfristige Liquidität die Lebensversicherung beleihen. Zwar ist der Zins für die Beleihung höher als die Verzinsung, die man auf die Lebensversicherung bekommt. Die Verluste bei einer Kündigung sind meist jedoch weit größer. Anleger mit einer fondsgebundenen Lebensversicherung können auch einen Teilbetrag entnehmen, ohne ihren Vertrag zu kündigen.

 

5. Fehler: Den Dispo ausreizen, wenn man knapp bei Kasse ist

Einen Dispo-Kredit lassen sich manche Banken mit einem Zins von bis zu 15 Prozent bezahlen. Dauert der finanzielle Engpass länger als einige Tage, fahren Kontoinhaber unter Umständen mit einem zinsgünstigen Verbraucherkredit besser.