Pflegekosten können die ganze Familie betreffen / DVAG rät: Mit einer Pflegeversicherung rechtzeitig vorsorgen

12. April 2011

Pflege im Alter kann teuer werden – und zwar nicht nur für die Betroffenen. Denn was die wenigsten wissen: Wenn das Vermögen einer Seniorin oder eines Senioren nicht ausreicht, um die Kosten für ein Pflegeheim oder eine Pflegekraft zu zahlen, sind die Kinder verpflichtet, dafür aufzukommen. „Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet lediglich eine Grundabsicherung. Sie reicht nicht aus, um die tatsächlichen Kosten zu decken“, erklären die Finanzexperten der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Der Eigenanteil für einen Heimplatz in der höchsten Pflegestufe liegt beispielsweise derzeit bei durchschnittlich 1.256 Euro monatlich (siehe Tabelle unten). Und oft heißt es da: Kinder haften für ihre Eltern. „Das Thema Pflegeversicherung geht daher nicht nur ältere Menschen etwas an“, so die DVAG.

Vor dem Zugriff des Staates sind neben einem Selbstbehalt nur privat genutzte Immobilien und angemessene Rücklagen für die Altersvorsorge sicher. Maßgebend für die Höhe der Zahlungen ist die sogenannte Düsseldorfer Tabelle (www.olg-duesseldorf.nrw.de). In Zukunft werden immer mehr Bundesbürger damit in Berührung kommen. Denn nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes wird die Zahl der Pflegebedürftigen von heute 2,3 Millionen auf 2,8 Millionen im Jahr 2020 wachsen. Das ist ein Anstieg von rund 18 Prozent – in nur knapp zehn Jahren.

In guten Händen: Eine private Police sichert den Pflegefall im Alter ab

Gesundheitsminister Philipp Rösler hat deshalb 2011 zum „Jahr der Pflege“ erklärt. Die Regierung will die Pflegeversicherung reformieren, denn spätestens 2012 wird das gesetzliche System ins Defizit rutschen. Doch die von der Regierung geplanten Reformen können nichts daran ändern, dass Pflegebedürftige bei der gesundheitlichen Versorgung draufzahlen müssen. Für Bürger bedeutet das, sich mit einer zusätzlichen Absicherung des Folgerisikos auseinanderzusetzen, um im Alter nicht das Vermögen des Ehepartners beziehungsweise der Kinder aufzubrauchen oder zum Sozialfall zu werden.

Trotz dieser Situation führen private Zusatzversicherungen bislang ein Nischendasein. Bis 2008 sicherten sich nur knapp zwei Prozent der Deutschen privat ab. Viele vergessen, dass es sich lohnt, früh anzufangen. „Wer jung einsteigt, zahlt niedrigere Beiträge“, so die DVAG-Fachleute. „Zudem kommen mit dem Alter auch noch Krankheiten dazu, die den Abschluss einer Zusatzversicherung erschweren.“ Sicher ist, dass die Kosten in den kommenden 20 bis 30 Jahren stark ansteigen. Einer der Gründe ist der Mangel an geeignetem Pflegepersonal: Bereits 2005 gab es zu wenig Fachkräfte. Gleichzeitig steigt der Bedarf an Heimplätzen.